Wilhelm Wolpert

Autor für ostunterfränkische Mundart
Ausgezeichnet mit dem Frankenwürfel, unter Kennern auch der "Fränkische Nobel-Preis" genannt.

Und in unnern Ferienhaus http://www.ferienhaus-hassfurt.de da könna sa sich entspann und sogar umsonst ä paar lusticha Gschichtli läs oder hör.

 

Und jetzt kommt mal was ganz, ganz Neues. Für alle Haßfurter und für die Freunde dieser wunderschönen alten Stadt:
Uralte, unglaubliche Sagen, die ganz bestimmt höchst  wahrscheinlich so passiert hätt'n sei müss oder könn, net wahr?

"Obsts gläbst oder net"
Ab jetzt für 9,-- Euro in allen Haßfurter Buchläden und bei mir.

Das Hasenterzett  Wer kann sich noch erinnern an die schönen frechen fränkischen Lieder? Die gibts bei mir jetzt als CDs (15,-- €)
"Und jeds Jahr geits zer weng"
"So richtig ä anständigs Maulvoll"
"Fränkische Liebeserklärungen"
"Vom Nikolaus, vom Christkindla...vom Hasenterzett"

Ein Lied zu Ehren der Heiligen Kunigunde

Am drittn März da feiert sa Geburtstag und steuert sa es Frühlingswetter, denn sie bringt die Wärm.
Das wichtigste der Daten, der Gärtner nimmt sein Spaten, die klenna Pflänzli solln doch net verderm.
Die Bamberger verehrn sa, mir Frankng mir vertehrn sa, mir hamm die Heilig Kunigunda gern
und jeder soll des kenna Sprüchla lern:
/: Kunigund, kummt die Wärm vo Unt :/

Ein Bursch mit Herz und Munde, liebts Fräulein Kunigunde, er rennt zu ihr durch Schnee und Eis, werd nass.
Es friert na zum Erbarmen, er sehnt sich nach was Warmen, Er bräucht ä Fußbad und möcht trink und ass.
Die Kuni mecht na trockng. Sie strüpft na ro sei Sockng. Sie haucht sei Füß an, wärmtsa mit die Hend.
Er kriecht ä Genshaut und er seufzt und stöhnt:
/: Kunigund kummt die Wärm vo Unt :/

Die Marktfrau Kunigunde, des iss äweng ä Runde, die schenkt die Kinner ab un zu ä Birn.
Statts dass sa sich bedankertn, die junga frecha Bankertn, da hamm die ganz was annersch in ihrn Hirn.
Die Grossa und die Klenna, die bläckng was sa könna. Bloß frecha Sprüchli schrein die Kinner weil:
:Sie sehn ner bloß der Kuni ihr brääts Hinterteil:
/: Kunigund, dei Orsch iss rund :/

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Wenn Sie wieder ämal so richtig herzhaft lach wolln über mei Gschichtli und Gedichtli zum Beispiel bei än rundn Geburtstag oder bei ä goldena Hochzeit, ich helf mit. Anruf genügt.

 

Öffentliche Veranstaltungen (Lesungen) gibt es nicht mehr. Bücher sind auch nur noch selten zu bekommen (evtl. im Internet bei "gebraucht").

Bei mir gibt es noch CDs vom Hasenterzett und "Der kranke Franke lacht sich gsund" und "Fränkischa Frecker" Oder tragen Sie doch selber mal ein fröhliches "Hasenterzett-Lied" vor, z.B. die fränkischen Liebeserklärungen:

Jeder kennt ja die üblichen Liebeserklärungen: "Ich liebe dich" oder"Du bist meine Beste" oder "Ich werde Dich immer und ewig lieben!" oder "Du bist mein bester Schatz!" usw. Wir Franken haben da allerdings unsere eigenen Formulierungen:

1. Was wollen die Mädli auf der ganzen Welt hörn? Ich mag dich, ich lieb dich ich hab dich so gern.
Aber jetzt in dem Wald is es dämmrig und still, er drückt ihr Händla mit sehr viel Gefühl.
Und ins Öhrla da flüstert ganz heiß dieser Moo:
"Es werd frisch, ich gläb mir gehn hemmwärts und die Tagesschau geht oo."

2. Die Hochzeitsnacht kommt, die Braut schaut auf die Uhr. Sie sehnt sich nach Liebe und Muskulatur
Jetzt zieht sa sich um, bal kumma sei Küssli. ä Nachthemd hat sa an mit viel Reißverschlüssli.
Und voll Glut und Begierde hat er zu ihr gsacht:
"Ich tu den blödn Kopfkeil lieber gleich raus, ich schlaf gern flach, also Gut Nacht."

3. Dann kriegt sa ä Baby, er is stolz wie ein Pfau. Sie zeicht na sei Tochter und sie wääß ganz genau:
Er kann nix mehr so schüchtern sei und so gehemmt. Heut secht er was Liebes, sei erschts Kompliment
Und dann kommt es ganz zart, über die Lippen die harten:
"Ich kann mich heut net so lang bei dir aufhalt und mei Schafkopfer die warten."

4. Dann kommt Silberhochzeit, Zähn und Haare gehn aus. Heut secht er ich liebe dich, heut muss er aus sich raus.
Und sie gehn nei ihrn Wäldla, so wie einst im Mai. Er guckt mit seiner Brilln in ihr kurzsichtiga Aachng nei.
Und er packt sa und er derwüscht sa und er stöhnt: "oh mei Schätzla.
Hätt ich ner mei langa Unterhosn an - mich frierts wie än Pätzer."